Reformierte Kirche Ligerz

Die Kirche Ligerz steht mitten in den Reben und gilt als Wahrzeichen der Region.
Berühmt ist der Glasfensterzyklus der Kirche Ligerz aus der Bauzeit im frühen 16. Jahrhundert; diese Scheibe zeigt den damaligen Priester Petrus Gaberell (klein) mit seinem Namenspatron Petrus.
2009 ist die während Jahrhunderten vermauerte Turmkapelle, der ehemalige Chor der Vorgängerkirche, wieder frei gelegt worden und bietet nun Raum und Rast für Viele.
Der Chor der Kirche Ligerz ist von spektakulärer Grösse und Pracht – er widerspiegelt Macht und Reichtum der wichtigsten Geldgeber (Bern, Biel, Klöster, Schultheissenfamilien) im 16. Jahrhundert.

Die reformierte Kirche Ligerz

Die Kirche Ligerz ist eines der bemerkenswertesten Gotteshäuser im Bernbiet und gewiss das bekannteste im Seeland, ein echtes Wahrzeichen für die ganze Region. Drei Dinge fallen sofort auf: die Lage der Kirche in den Rebbergen hoch über dem Dorf, ihre imposante Grösse und das Ineinander zweier Stile.
1261 war von einer Michaels-Kapelle in Ligerz die Rede - dies ist die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Ligerz. Bis heute erkennbar sind die Spuren jener vermutlich ersten Kirche am jetzigen Standort, die sich aus dem Turm heraus gegen Westen erstreckte. Ihr Chor ist seit 2009 wieder sichtbar und zugänglich, und der heutige Vorplatz zwischen neuem Kirchenschiff und Chor deutet die ursprüngliche Lage der ersten Kirche an.

Die aufkommende Wallfahrt im Mittelalter erforderte ein grösseres Kirchengebäude. In den Jahren 1522 bis 1526 wurde, dank Unterstützung mehrerer und grosser Institutionen (der Staat Bern, die Stadt Biel, das Benediktinerkloster St. Johannsen) die heutige, südlich des Turms anschliessende Kirche errichtet. Sie ist in spätgotischem Stil gebaut und besticht durch den prachtvollen, mit zwei Schluss-Steinen (mit Gemeindewappen und Christusmonogramm) abgeschlossenen Chor. Die Holzdecke stammt aus dem Jahr 1526 und zeigt bergseitig in einem lateinischen Schriftband den Abschluss der Bauarbeiten an der Kirche an. Schon 1528 allerdings bereitete die Reformation in Bern dem Pilgerwesen ein schnelles Ende.

Das Innere der Kirche ist geprägt von den Renovationen der Jahre ab 1669. Aus jener Zeit stammen die Endgestalt der Kanzel, zahlreiche Chorgestühle und die in ihrer Art einmalige (noch französischsprachige) Gesetzestafel an der Nordwand. Sie enthält die 10 Gebote in reformierter Zählung und das Gebot Jesu, Gott und Mensch gleichermassen zu lieben (Matthäus 22,36-40). Aus der Ursprungszeit erhalten geblieben sind die gotischen Fenster aus Hauterivestein, das Sakramentshäuschen und der mehrheitlich erhaltene kostbare Scheibenzyklus (ab 1523).

In den 1960er und 70er Jahren wurde die Kirche einer umfassenden Renovation unterzogen; in den Jahren 2008/9 wurde der zwischenzeitlich vom Verputz entblösste Turm wieder ursprungsgerecht verputzt und gestrichen, wurde die während Jahrhunderten vermauerte Turmkapelle im Turmerdgeschoss wieder geöffnet, sorgsam renoviert und der Öffentlichkeit als Raum der Stille und Begegnung zugänglich gemacht.

 

Glocken

Die Komponistin Karin Merazzi-Jacobson aus Ligerz hat die Glocken der Kirche Ligerz vertont. Den Text dazu schrieb der Ligerzer René Begré.

Freuen Sie sich auf ein wunderbares Klangerlebnis und schauen und hören Sie hier vorbei.

 

 

Besichtigung und Besuche

Die Kirche ist jeweils vom Suppentagsgottesdienst (im März) bis zum Ewigkeitssonntag (im November) täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet und kann unter Beachtung und Rücksichtnahme auf laufende Veranstaltungen frei besucht werden. Im Winter bleibt die Kirche geschlossen; Besichtigungen sind auf Vereinbarung möglich. Kirchenführungen werden von der Kirchgemeinde im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten auf Absprache hin gerne durchgeführt. Sollten Sie interessiert sein, nehmen Sie bitte mit dem Sekretariat der Kirchgemeinde Kontakt auf. Kirchenführer können in der Kirche selber oder beim Pfarramt gegen einen Unkostenbeitrag von sFr. 5.- bezogen werden.

Die Turmkapelle ist sommers von 6 bis 22, winters von 7 bis 19 Uhr geöffnet und unter Beachtung und Berücksichtigung laufender Veranstaltungen frei zugänglich.

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